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Gold kaufen: Was kostet es, was gilt steuerlich?

Ein 100-g-Barren kostet rund 3 % Aufgeld, ein 1-g-Barren bis zu 34 %. Dazu kommen Spanne beim Rückverkauf, Ausweispflicht ab 2.000 € bar und eine Haltefrist von einem Jahr.

Text: Redaktion 8 Minuten Lesezeit Aktualisiert:

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Stapel glänzender Goldbarren auf heller Fläche mit weichen Schatten
Foto: Stevebidmead / Wikimedia, CC0 1.0

Wer Gold kaufen will, zahlt für einen 100-g-Barren rund 3 % Aufgeld auf den Metallwert, für einen 1-g-Barren dagegen bis zu 34 %. Anlagegold ist in Deutschland mehrwertsteuerfrei, Gewinne sind nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei, und bei Barzahlung ab 2.000 € ist ein Ausweis fällig.

Die Preisunterschiede entscheiden maßgeblich über die Rendite. Gold wirft keine Zinsen ab, Händler verdienen an Aufgeld und Spanne, und beides drückt die Rendite, bevor der Preis überhaupt steigt. Die folgenden Werte stammen vom Oktober 2026.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung. Preise sind Momentaufnahmen und schwanken täglich, steuerliche Einzelfälle gehören zum Steuerberater oder Finanzamt.

Was kostet Gold heute? Preis je Gramm und Aufgeld nach Barrengröße

Bei der Reisebank kostete ein 1-kg-Barren im Oktober 2026 online 121.177,55 €, das sind 121,18 € je Gramm. Ein 250-g-Barren lag bei 121,83 €/g, ein 100-g-Tafelbarren bei 12.481,26 € oder 124,82 €/g. Mit sinkender Größe steigt der Gramm-Preis, so die Reisebank-Onlinepreise (Stand 10/2026, Momentaufnahme).

Als Gegenprobe taugt der Marktdurchschnitt: Laut Goldreporter, der sieben Händler auswertet, lag das Aufgeld für einen 100-g-Barren am 16.10.2026 bei 2,98 %. Der durchschnittliche Verkaufspreis betrug 12.280 €. Beim Krügerrand sank das Aufgeld auf 3,35 % nach 3,9 % in der Vorwoche.

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Das Aufgeld ist der Aufschlag auf den reinen Metallwert. Die Formel lautet: (Kaufpreis ÷ Metallwert − 1) × 100. Für den 100-g-Barren ergibt sich bei einem Spotpreis von etwa 11.924 € (3.709 € je Feinunze, geteilt durch 31,1035 g, mal 100) und 12.280 € Verkaufspreis ein Aufgeld von 2,98 %. Für einen 1-g-Barren zu 163,33 € bei 122,31 €/g Spotpreis ergibt sich 163,33 ÷ 122,31 = 1,335, also 33,5 %.

BarrengrößePreis je GrammAufgeldQuelle
1 kg121,18 €/gca. 1 % (Richtwert)Preis: Reisebank, 10/2026
100 g124,82 €/gca. 3 %Preis: Reisebank; Aufgeld: Goldreporter, 10/2026
10 g144,96 €/gca. 18–19 %Kettner, 09/2026
1 g163,33 €/gca. 34 %Kettner, 09/2026
0,1 g–ca. 77 %Kettner, 09/2026

Die Tabelle mischt Händler und Zeitpunkte, die Kleinstbarren-Werte stammen von Kettner mit einem Goldpreis von 122,31 €/g am 21.09.2026. Die Größenordnung ist trotzdem eindeutig: Kleinstbarren sind deutlich teurer als große Barren. Ein 0,5-g-Barren trägt laut Kettner rund 35 % Aufgeld, ein 0,1-g-Barren rund 77 %.

Was kostet 1 g Gold in Euro?

Der Metallwert lag laut Kettner im September 2026 bei 122,31 € je Gramm. Wer kauft, zahlt je nach Barrengröße zwischen 121 € (1-kg-Barren) und 163 € je Gramm (1-g-Barren). Zum Vergleich: Der Ankaufspreis der ESG Scheideanstalt für bankhandelsfähiges Gold lag am 17.10.2026 bei 116,92 €/g. Eine Feinunze entspricht 31,1035 g, die Reisebank rundet auf 31,1 g.

Was kostet ein 100-g-Goldbarren bei der Sparkasse?

Für die Sparkasse liegen keine belegten Preise vor, und Preislisten unterscheiden sich je nach Institut und Tag. Belegt ist der Marktrahmen: Ein 100-g-Barren kostete im Oktober 2026 etwa 12.280 € im Händlerdurchschnitt und 12.481,26 € bei der Reisebank. Wer bei einer Sparkasse anfragt, sollte den Gesamtpreis mit diesen Werten und dem tagesaktuellen Spotpreis abgleichen und das Aufgeld selbst ausrechnen.

Barren, Münze oder Wertpapier – Unterschiede und Steuern

Als Anlagegold gelten Barren ab einem Feingehalt von 995/1000 und Münzen ab 900/1000. Sie sind in Deutschland mehrwertsteuerfrei, so die Händlerangabe der Reisebank. Die Rechtsgrundlage ist § 25c UStG; Käufer können die Mehrwertsteuerfreiheit auf jeder Händlerrechnung nachlesen.

Barren sind bei großen Mengen die günstigste Form. Bei 100 g und mehr liegt das Aufgeld um 3 % oder darunter, bei 1 kg um etwa 1 %. Münzen wie der Krügerrand kosten mit 3,35 % Aufgeld (Goldreporter, 16.10.2026) mehr als ein 100-g-Barren, sind dafür in kleinen Einheiten leichter handelbar und weltweit bekannt. Wer in kleinen Beträgen kaufen will, ist mit einer Münze wirtschaftlicher bedient als mit einem Kleinstbarren.

Gold ist auch als Wertpapier erhältlich, etwa als börsengehandeltes Produkt. Die steuerliche Behandlung kann sich vom physischen Gold unterscheiden und sollte vor dem Kauf anhand der Produktbedingungen geklärt werden.

Wo kaufen: Bank, Sparkasse, Händler, Online im Vergleich

Gold gibt es bei der Reisebank, bei Sparkassen und Banken, bei Edelmetallhändlern vor Ort und bei Online-Händlern. Belastbare Preisvergleiche zwischen den Kanälen sind knapp, deshalb hier der Ansatz mit den vorliegenden Zahlen.

Kaufweg100 g KaufpreisAufgeldHinweis
Reisebank online12.481,26 €nicht einzeln belegt10/2026
Händlerdurchschnitt (7 Händler)12.280 €2,98 %Goldreporter, 16.10.2026

Für die Reisebank liegt kein eigener Aufgeld-Wert vor, der Preis stammt aus einer anderen Quelle als der Händlerdurchschnitt. Der Händlerdurchschnitt liegt rund 200 € unter dem Reisebank-Onlinepreis, wobei die Werte aus unterschiedlichen Quellen und von verschiedenen Tagen stammen. Das zeigt, dass sich bei einem 100-g-Barren ein Preisvergleich lohnen kann.

Beim Vergleich zählen drei Punkte: Gesamtpreis inklusive Versand und Versicherung, Rückkaufpreis des Händlers und Zahlungsweg. Aktionen sollten auf ihr Enddatum geprüft werden: Eine Reisebank-Aktion mit 10 € Rabatt lief nur bis 03.01.2026 und war danach nicht mehr gültig. Maßgeblich für den Preis ist die verbindliche Bestellbestätigung.

Bargeld, Ausweis, Herkunftsnachweis: Was ab 2.000 € gilt

Bei Barzahlung im Edelmetallhandel besteht seit dem 1.1.2020 ab 2.000 € eine Identifizierungspflicht, davor lag die Schwelle bei 10.000 €. Das ist die Grenze nach dem Geldwäschegesetz (GwG), so Kettner Edelmetalle (Stand 09/2026).

Davon zu trennen ist der Herkunftsnachweis: Die Reisebank nennt dafür 2.500 € in ihren FAQ zu Bargeschäften. Es handelt sich um zwei verschiedene Pflichten: Identifizierung nach GwG ab 2.000 € und, laut Reisebank, ein Herkunftsnachweis ab 2.500 €. Ob einzelne Anbieter in der Praxis davon abweichen, etwa die Reisebank bei der Ausweisprüfung, ist unsicher (Goldreporter, Stand 09/2025) und sollte direkt beim Anbieter erfragt werden.

Wie viel Gold lässt sich ohne Ausweis kaufen?

Bei einem Preis von 121,18 bis 124,82 € je Gramm liegt die Grenze von 2.000 € bei etwa 16 g Feingold (2.000 ÷ 121,18 = 16,5 g; 2.000 ÷ 124,82 = 16,0 g). Ein 20-g-Barren liegt damit bereits über der Grenze, ein 10-g-Barren mit rund 1.250 € darunter. Eine Mengenbegrenzung für Privatpersonen gibt es nicht: Bei Barzahlung ab 2.000 € ist ein Ausweis fällig.

Ausblick: Neue EU-Regeln ab Juli 2027

Ab 10.07.2027 gilt EU-weit eine Identifizierungsschwelle von 3.000 € bei gelegentlichen Bargeschäften und eine Bargeld-Obergrenze von 10.000 € (Kettner Edelmetalle, 09/2026). Ob Deutschland die 2.000-€-Schwelle für Edelmetalle beibehält, hängt vom nationalen Anpassungsgesetz ab. Wer 2027 größere Mengen bar kaufen will, sollte die Gesetzeslage vor dem Kauf prüfen.

Verkaufen: Spanne und Break-even

Beim Rückverkauf zählt nicht der Kaufpreis, sondern der Ankaufspreis, und der liegt niedriger. Die ESG Scheideanstalt zahlte am 17.10.2026 für bankhandelsfähiges Gold 116,92 €/g. Ein 100-g-Barren brachte damit 11.692,50 €, eine Feinunze 3.636,36 €.

Das Rechenbeispiel für einen 100-g-Barren, gerechnet mit Preisen aus zwei Quellen (Reisebank-Kaufpreis 12.481,26 €, ESG-Ankaufspreis 11.692,50 €): Die Differenz beträgt 788,76 €, das sind 788,76 ÷ 12.481,26 = 6,3 %. Im Händlerdurchschnitt von Goldreporter liegt die Spanne bei 12.280 € Verkauf gegen 11.596 € Ankauf bei 5,57 %. Beim Krügerrand beträgt die Spanne 5,94 %.

Der Goldpreis muss also um rund 6 % steigen, bevor der Käufer eines 100-g-Barrens bei null herauskommt. Bei Kleinstbarren ist die Hürde ungleich höher: Bei 34 % Aufgeld muss der Preis um mindestens ein Drittel steigen, und die Spanne beim Rückverkauf kommt noch hinzu.

Eine Fehlerquelle beim Preisvergleich: Ankaufspreise für Altgold (Legierung 900) liegen deutlich niedriger. Die ESG nennt 112,03 bis 115,49 €/g je nach Menge, in Suchmaschinen-Auszügen erscheinen teils Werte von 100,83 bis 103,94 €/g. Diese Zahlen gelten für Schmuck und Zahngold, nicht für Barren und sind mit Anlagegold-Preisen nicht vergleichbar.

Steuern: Haltefrist, Freigrenze, Mehrwertsteuer

Anlagegold kommt ohne Mehrwertsteuer ins Depot, und auch beim Verkauf ist die Steuerlage klar geregelt. Gewinne aus dem Verkauf von Gold sind nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG, laut Reisebank-FAQ). Wer innerhalb des ersten Jahres verkauft, muss den Gewinn versteuern, sofern die Freigrenze von 1.000 € für alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres überschritten wird.

Die Freigrenze wirkt als Schwelle, nicht als Freibetrag: Wird sie erreicht oder überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Ein Rechenbeispiel: Bei 999 € Gewinn fällt keine Steuer an. Bei 1.000 € ist der ganze Betrag steuerpflichtig, bei einem angenommenen Steuersatz von 30 % wären das 300 €. Bei 1.100 € Gewinn wären es 330 €.

  • Haltefrist: 1 Jahr, danach ist der Gewinn steuerfrei.
  • Freigrenze: 1.000 € Gewinn pro Jahr aus allen privaten Veräußerungsgeschäften.
  • Erklärung: Gewinne innerhalb der Frist gehören in die Anlage SO der Steuererklärung.
  • Mehrwertsteuer: entfällt bei Anlagegold (Barren ab 995/1000, Münzen ab 900/1000).

Erfährt das Finanzamt vom Goldverkauf?

Händler melden Goldkäufe nicht systematisch an das Finanzamt. Unberührt bleibt die Pflicht des Verkäufers, Gewinne innerhalb der Haltefrist in der Anlage SO anzugeben. Die Identifizierung bei Barkäufen ab 2.000 € dient der Geldwäscheprävention und ist keine Steuermeldung. Nach Ablauf der Jahresfrist ist ein Gewinn steuerfrei und muss nicht erklärt werden.

Ist Gold eine gute Anlage? Chancen und Risiken

Ob Gold noch ein Kauf ist, hängt von der Rolle im Vermögen ab. Seriöse Aussagen darüber, ob Gold in zehn Jahren mehr wert ist, gibt es nicht. Belegbar sind dagegen die Kosten und die Mechanik.

Gegen Gold sprechen vier Punkte:

  • Kein laufender Ertrag: Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividenden, Rendite entsteht nur über den Preis.
  • Kosten beim Einstieg: Aufgeld von rund 3 % bei 100 g, deutlich mehr bei kleinen Einheiten.
  • Kosten beim Ausstieg: Die Spanne zwischen Kauf und Ankauf liegt bei 5,6 bis 6,3 %.
  • Aufbewahrung: Lagerung zu Hause oder im Schließfach verursacht Kosten oder Risiko, beides senkt die Rendite.

Für Gold sprechen die Mehrwertsteuerfreiheit, die steuerfreien Gewinne nach einem Jahr und die Unabhängigkeit von Zahlungsversprechen eines Emittenten. Die Aussicht auf Wertsteigerung bleibt eine Wette, kein Anspruch.

Gold wirft keinen laufenden Ertrag ab. Wer Gold beimischt, sollte das als Ergänzung sehen.

Fazit

Beim Goldkauf entscheiden Barrengröße und Händlerpreis stärker über die Rendite als der Goldpreis der nächsten Monate. Wer kaufen will, sollte große Einheiten ab 100 g oder gängige Anlagemünzen wählen, mehrere Händler vergleichen und Kauf- gegen Ankaufspreis nebeneinanderlegen. Kleinstbarren mit 34 % und mehr Aufgeld lohnen nicht. Barzahlung bleibt bis rund 16 g Feingold ohne Ausweis möglich, darüber ist die Überweisung der einfachere Weg. Wer ein Jahr hält, verkauft steuerfrei, wer früher verkauft, muss die Freigrenze von 1.000 € im Blick behalten. Gold passt als Beimischung, nicht als einziger Baustein der Geldanlage.

Quellen

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